Vorgehen

Das Vorgehen zur Erstellung eines Sanierungskonzepts und dessen Inhalte sind im Standard IDW S 6 n.F. des Instituts der Wirtschaftsprüfer auf der Grundlage einschlägiger Gesetze und höchstrichterlicher Entscheidungen festgelegt.
Die Prüfung der Sanierungsfähigkeit eines Unternehmens durch ein Sanierungskonzept (bzw. Sanierungsgutachten) erfolgt üblicherweise durch unabhängige Dritte, da dem Unternehmen selbst meistens die erforderliche Objektivität und die Ressourcen fehlen.

Beauftragung: Festlegung von Auftragsgegenstand und –umfang. Inhalt und Detaillierungsgrad des Sanierungskonzeptes werden den individuellen Gegebenheiten Ihres Unternehmens angepasst.
Prüfung Insolvenzreife: Ausschluss der Insolvenzreife für den Zeitraum der Erstellung des Sanierungskonzepts. Erstellung Liquiditätsplanung, ggfs. Definition und kurzfristige Umsetzung von Maßnahmen zur Vermeidung von Illiquidität (drei Wochenfrist).
Konzepterstellung: Erstellung des Konzepts mit dem Ziel einer positiven Fortführungsprognose¹ oder der Feststellung der Sanierungsfähigkeit². Zusätzlich sind die Liquidität sicherzustellen und erste Maßnahmen umzusetzen.
Zustimmung Stakeholder: Der Entwurf des Sanierungskonzepts ist den Stakeholdern (Gläubiger, Mitarbeiter, Eigentümer, …) zur Zustimmung vorzulegen.
Umsetzung des Konzepts: Mit erfolgter Zustimmung der Stakeholder zum Sanierungskonzept sind die Maßnahmen gemäß Konzept umzusetzen und deren Erfolg zu überwachen. Falls Abweichungen festgestellt werden, sind geeignete Planänderungen vorzunehmen.

¹ Positive Fortführungsprognose: Die bestehenden und künftigen Verbindlichkeiten können im Prognosezeitraum plangemäß mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gemäß ihrer Fälligkeit bedient werden.
² Sanierungsfähigkeit: Über die Fortführungsfähigkeit hinaus die Fähigkeit zur Erwirtschaftung attraktiver Renditen und zur Anpassung an sich ändernde Marktbedingungen (insbesondere Digitalisierung).

Notwendige Inhalte eines Sanierungskonzepts (bei Sanierungsfähigkeit)

Neben den Feststellungen zur Fortführungs- und Sanierungsfähigkeit dient das Sanierungskonzept Kapitalgebern als Entscheidungsgrundlage für die Ausweitung oder Einstellung des Engagements. Durch Transparenz und Glaubwürdigkeit kann neues Vertrauen geschaffen werden als Basis für eine gemeinsame Sanierung des Unternehmens mit allen Stakeholdern.

Inhaltlich beschreibt ein Sanierungskonzept (wie ein Businessplan) den Ist- und den Sollzustand eines Unternehmens sowie alle Maßnahmen und deren Kosten, um den gewünschten Zustand zu erreichen:

Darstellung und Analyse des Unternehmens
Die bisherige Entwicklung des Unternehmens wird beleuchtet, insofern dies für die Sanierung erforderlich erscheint:

  • Angaben zu rechtlichen, finanzwirtschaftlichen und organisatorischen Verhältnissen
  • Bestehendes Geschäftsmodell
  • Markt- und Wettbewerbsanalyse inklusive der wesentlichen Trends
  • Wettbewerbspositionierung und Erfolgsfaktoren

  • SWOT-Analyse schließt diesen Analyseteil ab

  • Feststellung des Krisenstadiums und Analyse der Krisenursachen

Leitbild des sanierten Unternehmens

Das Leitbild beschreibt im Sanierungskonzept das sanierte, wandlungsfähige Unternehmen, das für Fremd- und Eigenkapitalgeber attraktive Renditen erwirtschaftet:

  • Vision des Unternehmens
  • Künftiges Geschäftsmodell mit nachhaltiger Wettbewerbspositionierung
  • Markt- und Wettbewerbsanalyse inklusive der wesentlichen Trends

Sanierungsmaßnahmen zur Bewältigung der Unternehmenskrise

Die Sanierungsmaßnahmen zeigen im Sanierungskonzept den Weg zum Leitbild. Sie müssen der Situation angemessen, konkret und realisierbar sein und plausibel dargestellt werden.

  • Bei drohender Insolvenz sind Maßnahmen zu deren Vermeidung sofort umzusetzen
  • Übrige Maßnahmen z.B. in Form von Projektplänen
  • Chancen und Risiken der Maßnahmen und deren Bedeutung für den Erfolg

Integrierte Finanzplanung

Zentraler Inhalt des Sanierungskonzeptes ist der Plan zur Darstellung der finanziellen Effekte der Sanierungsmaßnahmen:

  • Plan GuV, Planbilanzen sowie eine Liquiditätsplanung für die nächsten Jahre
  • Planungsintervalle (Wochen-, Monats- oder Jahresbasis) abhängig von den Anforderungen
  • Ermittlung der wichtigsten Kennzahlen
  • Bei Bedarf Planung in Szenarien (z.B. Best-, Real-, Worst-Case)

Zusammenfassende Einschätzung

Einschätzung, ob das Unternehmen nach Meinung des Konzeptverfassers fortführungs- bzw. sanierungsfähig ist oder falls nicht und wenn ja, unter welchen Voraussetzungen.

Besonderheiten bei kleinen Unternehmen

Formal sind Sanierungskonzepte auszuformulieren. Allerdings besteht mit dem IDW S 6 neuer Fassung die Möglichkeit, den Umfang der Berichterstattung an die Unternehmensgröße anzupassen. Das heißt, dass bei kleineren Unternehmen der Umfang eines Sanierungskonzepts deutlich geringer ausfallen kann als bei großen Unternehmen.

Umsetzung des Konzepts

Die Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen beginnt meist schon während der Entwicklung des Sanierungskonzepts: nach einer positiven Entscheidung der Stakeholder ist die Zeit gekommen, massiv die Umsetzung anzugehen. Der Erfolg der Sanierung hängt von der Umsetzung der Maßnahmen, die im Sanierungskonzept definiert wurden ab – und deren flexibler Anpassung an sich neu entwickelnde Umstände.
Eine Sanierung bedeutet harte, konzentrierte Arbeit für Sie als Unternehmer und für uns als Ihre Berater. Sie erfordert den unternehmerischen Willen, diese Phase trotz hohem Leidensdruck durchzuhalten und die getroffenen Entscheidungen durchzusetzen.

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Zielgruppe und Einsatzgebiete

Wir unterstützen Start-ups und mittelständische Unternehmen bei folgenden Vorhaben:

Das spricht für businessplaner

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Nach der Planungsphase unterstützen wir Sie gerne auch bei der konkreten Umsetzung Ihres Vorhabens.